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Einstellungstest Bundeswehr (CAT):
Ablauf, Aufgaben, Vorbereitung

Erfahrungsbericht: Einstellungstest Freiwilliger Wehrdienst (FWDL)

Ich habe mich für den Freiwilligen Wehrdienst beworben. Dafür muss man zuerst mit seinem Einstellungsberater sprechen, zu einer Informationsveranstaltung gehen und mehrere Formulare ausfüllen. Nachdem ich meine Bewerbung bei meinem Berater abgegeben habe, musste ich nochmal drei oder vier Wochen warten. Dann bekam ich einen Termin für das Auswahlverfahren im Karrierecenter Düsseldorf. Ich sollte mich am Sonntag bis 15 Uhr dort melden. Für die Fahrt erhielt ich Gutscheine. Man kann auch mit dem Auto fahren und sich dann die Kosten zurückerstatten lassen.

Tag 1: Ankunft

Damit nichts schiefgeht, habe ich mir eine frühe Verbindung rausgesucht. Am Ende war ich sehr früh da, was ein bisschen nervig war, da noch nicht viel passierte. Ich bekam Bettwäsche, einen Spindschlüssel und meinen Laufzettel und musste die Hausordnung lesen. In manchen Teilen des Geländes herrscht strenges Handyverbot, deshalb bekommt man einen Spind für Handy und Wertsachen. Den Laufzettel muss man während des Auswahlverfahrens die ganze Zeit bei sich tragen. Er ist quasi wie ein Ausweis, ohne ihn kommt man nirgends rein.

Ich bezog meine Stube und wartete, bis nach und nach die anderen eintrafen. Wir waren so um die 30 Leute, aber nur elf für den Freiwilligen Wehrdienst (FWD). Als alle da waren, wurde uns erklärt, wie die nächsten Tage ablaufen würden. Wir mussten einen persönlichen Fragebogen ausfüllen, über unsere Schulzeit, unseren bisherigen Lebensweg, unsere Eltern und so weiter.

Damit waren wir so um 17 Uhr fertig und konnten entspannt zum „Abendessen“ gehen. Wenn man zeitig aufsteht, bekommt man eben auch früh Hunger. Bis zum Zapfenstreich um 22 Uhr hatten wir Freizeit, also spielten wir Tischkicker im Gemeinschaftsraum und unterhielten uns.

Tag 2: Musterung durch den Arzt

Am nächsten Morgen fing das Auswahlverfahren um 7 Uhr an, ab 6:15 konnten wir frühstücken. Am Vortag hatte man uns in Gruppen eingeteilt (FWDLer und Zeitsoldaten). Für meine Gruppe begann der Tag mit der Musterung beim Arzt. Es gab verschiedene Stationen und zwischendurch mussten wir immer wieder warten. Genauer gesagt, mussten wir echt sehr lange warten. Die Ärzte waren anscheinend ziemlich ausgelastet, denn außer uns warteten auch noch einige Soldaten. So vertrieben wir uns die Zeit, indem wir sie über die Ausbildung und ihre Erlebnisse ausfragten.

Dann ging es endlich los: Beim Hörtest musste man Kopfhörer aufsetzen und einen Knopf drücken, sobald man einen Ton hört, und beim Sehtest sollte man sagen, in welcher Richtung kleine schwarze Kreise eine Öffnug haben. Zusätzlich gab es einen 3D-Sehtest mit 3D-Brille. Außerdem wurden wir gewogen und gemessen und gaben eine Urinprobe ab, die auf Drogen getestet wurde.

Die eigentliche Musterung führte bei mir eine Ärztin durch, die sehr freundlich war. Sie schaute sich meine mitgebrachten Arzt-Befunde an und fragte mich alles Mögliche zu meinen Eltern, Krankheiten in meiner Familie und meiner Krankheitsvorgeschichte. Ich musste mich bis auf die Unterhose ausziehen und im Raum herumlaufen, damit sie meinen Gang anschauen konnte. Es geht darum zu sehen, ob man eine krumme Wirbelsäule, O-Beine oder Ähnliches hat. Dann hat die Ärztin mehrmals den Blutdruck gemessen, dazwischen musste man je 20 Kniebeugen machen. Schließlich sollte ich mich komplett ausziehen und die Ärztin führte den allgemein bekannten Kontrollgriff durch …

Einstellungstest CAT

Wer bei der Musterung fertig war, konnte gleich zum Einstellungstest CAT gehen. Jeder konnte zu einem anderen Zeitpunkt anfangen. Man sollte nur leise sein, wenn man später kommt. Vor jedem Aufgabentyp werden die Aufgaben erklärt und man kann zwei Beispielaufgaben ausprobieren. Löst man die falsch, wird das Programm unterbrochen und die Aufsicht erklärt einem die Aufgabe nochmal.

Unter anderem musste ich Matheaufgaben lösen, Matrizen mit Mustern vervollständigen und Wortanalogien bilden. Das heißt, man muss die Beziehung zwischen Wörtern erkennen. Außerdem gab es einen Reaktionstest mit zwei Pfeilen, einem roten und einem blauen. Sie befinden sich in einem Raster und daneben gibt es ein leeres Raster: Hier muss man die Position des einen Pfeils markieren und die Richtung, in die der andere Pfeil zeigt. Pro Pfeilkombination hat man nur drei Sekunden Zeit.

Die letzte Kategorie waren allgemeine Fragen zu meiner Person, eine Art Persönlichkeitstest. Man musste angeben, ob verschiedene Aussagen auf einen zutreffen oder nicht. Manche Fragen waren etwas schwer zu verstehen, da musste man genau lesen.

Nach dem Test ging ich in den Warteraum, wo mir die Aufsicht nach einer Viertelstunde einen Umschlag mit meinen Ergebnissen gab. Sie erklärte mir, wo ich ihn abgeben sollte. Damit war fürs Erste alles geschafft. Allerdings musste ich immer noch ständig an den Test denken.

Wer mit dem Einstellungstest fertig war, konnte zum Mittagessen gehen. Das war wirklich lecker. Es gab Gulasch mit Nudeln, Salat und Schokoladenpudding. Generell war alles ziemlich angenehm. Wir konnten von morgens um 5:30 bis um 22 Uhr duschen und auch der Aufenthaltsraum mit Kaffee- und Süßigkeitenautomat war sehr gemütlich. Meine Stubenkameraden waren zwar nett, redeten aber abends viel zu lange.

Das Einzelgespräch

Am Nachmittag hatten wir FWDLer schon unsere Einzelgespräche. Ich war froh, dass ich dafür etwas Ordentlicheres zum Anziehen mitgenommen hatte. Manche hatten nicht daran gedacht und jetzt dämmerte ihnen, dass das wohl weniger gut war. Den Großteil des Nachmittags verbrachten wir wie gehabt mit Warten. Erst wollte die Zeit nutzen, um mir noch ein paar Bundeswehr-Fakten einzuprägen. Aber dann hatte ich das Gefühl, dass mich das nur noch mehr verwirrte. Also ließ ich es.

Die Prüfer waren zwar etwas einschüchternd, aber nicht unfreundlich oder fies. Wir wurden vor dem Gespräch extra angewisen, keine Einzelheiten zu verraten, deshalb nur grob: Es ging um meine bisherige schulische und berufliche Laufbahn, meine Motivation für den Freiwilligen Wehrdienst etc. Außerdem gab es Fragen zum Allgemeinwissen und zur Bundeswehr. Ohne Vorbereitung hätte ich vieles nicht beantworten können. Am Ende sagten mir die Prüfer, ich könne jetzt zum Einplaner gehen. Doch damit musste ich dann schließlich bis zum nächsten Morgen warten, denn es war schon zu spät.

Kurz darauf war dann wieder Abendessen. Die Stimmung war viel gelöster. Am Abend gab es noch einen Vortrag: Ein Feldwebel erzählte uns von der Ausbildung und seinen bisherigen Auslandseinsätzen und Erfahrungen bei der Bundeswehr. Sehr informativ und beeindruckend.

Tag 3: Gespräch beim Einplaner

Abends waren meine Stubenkameraden zum Glück auch nicht mehr so laut, wahrscheinlich waren sie genauso geschafft wie ich. Am nächsten Morgen war wieder früh Aufstehen angesagt: Wir sollten um 7:30 beim Einplaner sein.

Der Einplaner kennt die Ergebnisse der verschiedenen Prüfungen und weiß, für welche freien Stellen man geeignet ist. Je nach gezeigter Leistung hat man dann eine größere oder kleinere Auswahl. Bei mir waren es eher wenige Stellen. Aber egal, immerhin konnte ich sofort eine Zusage bekommen. Ich entschied mich für einen Posten im Heer.

Damit war der Einstellungstest für den Freiwilligen Wehrdienst geschafft und ich konnte meine Gutscheine für die Heimfahrt abholen. Ich war erleichtert, dass es vorbei war, und natürlich auch, dass ich eine akzeptable Stelle bekommen hatte.

Erfahrungsbericht: Einstellungstest Feldwebel

Ich hatte schon länger überlegt, zur Bundeswehr zu gehen. Schließlich ging ich zu einem Beratungsgespräch und einer Informationsveranstaltung und mein Entschluss, mich zu bewerben, stand schnell fest. Jetzt wusste ich auch, was ich machen wollte: Feldwebel bei den Fallschirmjägern.

Mit der Bewerbung dauerte es aber ein bisschen. Erst nach über einem Monat bekam ich eine Einladung zum Auswahlverfahren, und bis zum Prüfungstermin waren es noch mehrere Wochen. Immerhin genügend Zeit zur Vorbereitung.

Tag 1: Ankunft

Trotz Stau kam ich rechtzeitig, um mich zu melden, Schlüssel und Laufmappe in Empfang zu nehmen. Dann noch schnell mein Gepäck auf die Stube gebracht, und um 17:30 Uhr kamen wir alle zur Begrüßung zusammen. Wir waren ziemlich viele Bewerber für unterschiedliche Laufbahnen. Vor dem Abendessen mussten wir noch einen persönlichen Fragebogen ausfüllen, etliche Fragen in nur 30 Minuten. Ich hatte gehört, dass die Prüfer das Einzelgespräch darauf aufbauen, also versuchte ich ehrlich und gleichzeitig positiv zu antworten. Verdammt schwer in der Kürze der Zeit.

Das Abendessen war lecker. Den Abend verbrachten wir entspannt im Aufenthaltsraum. Um 22 Uhr musste das Licht aus sein. Im Dunkeln redeten wir dann noch eine Weile in der Stube. Das war vielleicht ein Fehler, denn am nächsten Morgen war ich doch sehr müde. Andererseits hätte ich vor Aufregung eh nicht früher schlafen können.

Tag 2: Viel Warten und viel Aufregung

Am zweiten Tag des Auswahlverfahrens ging es schon um 7 Uhr mit den Prüfungen los. Manche starteten mit der Musterung, ich sollte zuerst zum CAT-Test.

Einstellungstest

Noch im Halbschlaf hatte ich Mühe, mich auf die Erklärungen zu konzentrieren. Bei den ersten Aufgaben machte sich dann zum Glück das Adrenalin bemerkbar. Der CAT-Test dauerte bei mir über 3 Stunden. Andere waren schneller fertig. In Mathe kamen Aufgaben wie Bruchrechnen, Dreisatz und Prozentrechnen dran, in Deutsch ein paar Sachen zu Grammatik und Rechtschreibung. Auch ein paar Fragen zu Englisch gab es, da musste ich zum Beispiel Sätze vervollständigen. Der Logikteil war ziemlich ausführlich, mit Matrizen, Wortanalogien und Mustern. Außerdem musste ich mit chinesischen Symbolen rechnen.

Das Wichtigste ist, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und konzentriert zu bleiben. Zwischen den einzelnen Testteilen durfte man sogar aufs Klo gehen. Zwischendurch kamen immer wieder andere Bewerber rein, die bei ihren Stationen fertig waren und mit dem CAT-Test anfingen.

Dafür hatten wir die Laufmappen bekommen: darin standen die Stationen, die wir absolvieren mussten. Wir mussten nicht bei der Gruppe bleiben, sondern gingen zwischendurch einfach zum sogenannten Steuerkopf. Der schaute unsere Laufmappe an und schickte uns zur nächsten Station. Dort wurde dann eingetragen, dass wir sie absolviert hatten, und wir konnten wieder zum Steuerkopf, der uns zur nächsten Station schickte …

Ärztliche Untersuchung, Teil 1

Für mich ging es nach dem CAT-Test beim Arzt weiter. Erstmal gab es eine Menge „normaler“ Untersuchungen, die nacheinander in unterschiedlichem Räumen stattfanden: Sehtest, Hörtest, 3D-Sehtest, Urinabgabe, Messen und Wiegen. Dazwischen mussten wir immer wieder im Wartezimmer warten. Alle waren sehr freundlich, obwohl ja wirklich viel los war. Es ging nicht besonders schnell voran. Als ich nur noch die Hauptuntersuchung vor mir hatte, hieß es auf einmal, dass wir erstmal Mittagessen gehen sollten.

Mittagessen 

Also zurück zum Steuerkopf: Stimmt das? Antwort Steuerkopf: Ja. Also ab zum Mittagessen, zusammen mit anderen Bewerbern, die auch auf den Arzt gewartet hatten. Wir alle waren etwas genervt vom vielen Warten. Außerdem brodelte die Gerüchteküche, es hieß, manche wären ausgemustert worden: Drogenkonsum, zu schlechtes Sehvermögen, Übergewicht …

Sporttest

Nach dem Mittagessen schickte uns der Steuerkopf nicht wie erwartet zurück zum Arzt, sondern zum Sporttest. Schnell umziehen und rüber zur Sporthalle. Der Bundeswehr-Sporttest besteht aus einem Pendellauf, dem Klimmhang und einem Ergometer-Test. Beim Pendellauf rennt man ein paar Mal eine kurze Strecke hin und her, wobei man sich zwischendurch immer wieder auf den Bauch legen muss. Da hatte ich so meine Probleme. Beim Klimmzughang lief es nicht viel besser, die meisten anderen konnten sich länger halten als sich. Ein bisschen konnte ich es dann aber beim Ergometer wieder rausholen.

Ärztliche Untersuchung, Teil 2

Anschließend durfte ich dann die medizinische Untersuchung fortsetzen. Nach den ganzen Horrorgeschichten beim Mittagessen war ich ziemlich nervös. Der Arzt war zwar freundlich, aber auch ein bisschen streng. Erstmal gab ich ihm die Unterlagen, die ich vom Frauenarzt mitbringen sollte. Dann schaute er sich an, ob ich gerade laufe und ob meine Gelenke richtig funktionieren und so. Zwischendrin stellte er mir Fragen zu meiner Gesundheit und Krankheiten in meiner Familie und ein bisschen versteckt auch nach meinem Alkoholkonsum.

Das Blutdruckmessen bei der Bundeswehr ist fast schon eine Wissenschaft. Es wird dreimal gemessen, dazwischen muss man 20 Kniebeugen machen. Dann der Schock: Mein Puls sei zu hoch, meinte der Arzt. Im nächsten Satz dann aber Entwarnung: Sowas komme öfter vor, wegen der Aufregung. Ich solle einfach in ein paar Tagen nochmal den Hausarzt nachsehen lassen.

Leicht verunsichert war ich froh, als mir der Steuerkopf sagte, dass ich erst am nächsten Morgen zum Einzelgespräch müsste. Jetzt sollte ich nur noch kurz mit einem Unteroffizier meine Bewerbungsunterlagen durchgehen, um Fehler zu korrigieren oder Veränderungen seit der Bewerbung nachzutragen.

Vortrag am Abend

Anschließend gab es Abendessen und danach einen Vortrag von einem Feldwebel. Er erklärte den Ablauf der Grundausbildung und wie es danach in den unterschiedlichen Laufbahnen weitergehen kann. Außerdem erzählte er von seinen Erlebnissen und Auslandseinsätzen. Gespickt mit Anekdoten, war der Vortrag sehr spannend und interessant.

Tag 3: Endspurt

Am nächsten Morgen hieß es natürlich wieder früh aufstehen! Heute war das Vorstellungsgespräch eingeplant. Statt Bluse und Jeans – wie während der letzten beiden Tage – zog ich nun eine schwarze Stoffhose und dazu einen Blazer an. Erst dachte ich, dass es vielleicht ein bisschen übertrieben sei. Normalerweise laufe ich nicht so herum. Aber später war ich sicher, dass es die richtige Entscheidung war. Sicheres Auftreten ist mit „ordentlicher“ Kleidung gleich viel einfacher.

Psychologisches Vorstellungsgespräch

Nach einem schnellen Frühstück ging es gleich in den Warteraum für die psychologischen Prüfgespräche. Manche mussten sehr lange warten, ich zum Glück nicht: Nach ungefähr 20 Minuten war ich schon dran. Mir saßen zwei Prüfer gegenüber. Ich war froh, dass ich mich gut auf das Gespräch vorbereitet hatte und extra nochmal aktuelle Bundeswehr-Themen im Internet recherchiert hatte. Das Wichtigste ist glaube ich, authentisch zu wirken und positive Eigenschaften hervorzuheben, ohne sich zu verstellen.

Nach dem Gespräch sollte ich draußen warten. Nach ein paar Minuten, die mir wie eine Ewigkeit vorkamen, wurde ich wieder reingerufen. Die Prüfer gratulierten mir, ich sei für meine Wunsch-Verwendung als Feldwebel im Truppendienst geeignet!

Einplaner

Zum Schluss wartete noch der Einplaner, der mir die möglichen Stellen vorstellte. Mein Ziel waren die Fallschirmjäger, da musste ich nicht lange überlegen, auch wenn ich dafur relativ weit wegziehen musste. Also gleich den vorläufigen Vertrag unterschrieben!

Die letzte Station war dann noch beim BFD (Berufsförderungsdienst der Bundeswehr). Dort erklärte man mir alles Mögliche zu Weiterbildungsmöglichkeiten während und nach meiner Dienstzeit. Zukunftsmusik.

Ich musste schnell fertig packen und meine Stube aufräumen und dufte vor der Heimfahrt noch zu Mittag essen. So endete dann der aufregende und anstrengende, aber doch auch erfolgreiche Einstellungstest bei der Bundeswehr.

Zuhause machte ich natürlich gleich einen Termin beim Hausarzt aus. Und siehe da: Mit dem Puls war diesmal alles ok.

Erfahrungsbericht: Einstellungstest Offizier

Endlich, darauf hatte ich gewartet: ein Brief vom Personalamt der Bundeswehr mit einer Einladung zum Assessment Center für Führungskräfte in Köln. Ich bin 19 Jahre alt und habe letztes Jahr mein Abi gemacht. Beworben habe ich mich für die Laufbahn der Offiziere, TSK Luftwaffe, und möchte am liebsten Psychologie studieren. Meine Bewerbung hatte ich im November abgeschickt, die Einladung kam einen Monat später. Anfang März findet dann das Auswahlverfahren statt, also noch genug Zeit zum Vorbereiten!

Tag 1: Anreise

Am ersten Tag mussten wir bis spätestens 14.30 Uhr in Köln anreisen. Vom Hauptbahnhof nimmt man die S-Bahn zur Mudra-Kaserne. Ich würde jedem empfehlen, etwas früher da zu sein, damit man in Ruhe das Zimmer beziehen und sich schon mal mit den anderen Bewerbern austauschen kann. Ungefähr um 14.40 Uhr wurden wir von der Hausverwaltung, dem Personalberater und den Betreuungsoffizieren begrüßt. Sie stehen einem die nächsten Tage mit Rat und Tat zur Seite. Wir bekamen dann einen Ausfüllbogen mit Fragen zu Freizeit, Schule usw., aber auch zu Auslandseinsätzen, Waffengebrauch und wie die Familie zur Berufswahl steht. Hier sollte man auf jeden Fall ehrlich sein, denn später wird nochmal danach gefragt. Danach mussten wir einen Aufsatz zum Thema „Warum möchte ich Offizier werden?“ schreiben. Darüber hat ja bestimmt jeder schon mit dem Karriereberater gesprochen. Zum Schluss hat ein Kapitänleutnant einen Vortrag gehalten: Es ging hauptsächlich um die Unterschiede zwischen einem „normalen“ und einem Bundeswehr-Studium – in erster Linie ist man eben doch Soldat.

Tag 2: Einstellungstests, ärztliche Untersuchung, Gruppensituationsverfahren

Wer ein Problem mit frühem Aufstehen hat, ist bei der Bundeswehr falsch: Frühstück gab es schon um 5.45 Uhr, damit wir um 6.10 Uhr mit dem Aufsatz anfangen konnten. Wir hatten dreißig Minuten Zeit und bekamen zwei Wortpaare zur Auswahl. Wir mussten eins aussuchen, die zwei Wörter definieren, miteinander vergleichen und ein Fazit ziehen. Ich habe „Erfindung und Entdeckung“ genommen, es gab noch „Konkurrenz und Feindschaft“. Die halbe Stunde geht echt schnell rum, also sollte man nicht zu lange nachdenken – aber trotzdem ordentlich schreiben, darauf achten die Prüfer! Beim Blick auf meinen Laufzettel kam ich ganz schön ins Schwitzen, der Tag hatte es auf jeden Fall in sich.

Einstellungstest

Der Computer-Test dauert ungefähr drei Stunden. Ich habe versucht, in den kurzen Pausen meinen Kopf einigermaßen leer zu kriegen, damit ich fit bin für den nächsten Abschnitt. Ich hatte mich online und mit zwei Büchern vorbereitet, kam aber trotzdem bei manchen Fragen ins Straucheln. Als erstes kam der Sprachtest, wo wir zum Beispiel Wortanalogien bilden und englische Sätze vervollständigen mussten. Die Aufgaben zur Reaktion und Konzentration waren zwar total einfach, aber da sind mir ein paar Flüchtigkeitsfehler passiert, weil ich so angespannt war. Die Aufgaben zum logischen und räumlichen Denken haben fast schon Spaß gemacht, weil man ein bisschen rätseln muss. Es wurde zum Beispiel gefragt, welche Seite eines Würfels oben liegt, wenn man ihn um 90 Grad nach links dreht und dreimal nach vorne kippt, solche Sachen. Für manche Aufgaben habe ich mir aber zu viel Zeit gelassen, das hätte ich wohl mehr üben müssen.

Ärztliche Untersuchung

Aus Online-Foren wusste ich, dass die Untersuchung ziemlich umfangreich ist, schließlich muss man als Soldat körperlich echt belastbar sein. Es fängt mit Routinesachen an: Hör- und Sehtest (auch Nachtblindheit), Puls- und Blutdruckmessung, Urin- und Blutabnahme usw. Dann stellt ein Arzt viele Fragen zur Person und Krankheitsvorgeschichte, also auch zu Krankheiten von Eltern und Großeltern. Er begutachtet den Gang, macht ein Belastungs-EKG und untersucht Knochen, Gelenke und Genitalien. Ich hatte mir im Voraus beim Hausarzt und Zahnarzt alle nötigen Befunde besorgt, was sich auf jeden Fall gelohnt hat und gerne gesehen wird.

Endlich ging es zum Mittagessen in die Pause. Es gab Spaghetti Bolognese, was richtig lecker war, und ich konnte mich mit ein paar anderen Bewerbern austauschen. Dabei erfuhr ich, dass ein paar von uns die Kaserne jetzt schon verlassen mussten. Vor dem Gruppensituationsverfahren wollte ich mich aber auch nicht zu nervös machen lassen und habe versucht, das Gespräch ein bisschen in andere Bahnen zu lenken.

Gruppensituationsverfahren (GSV)

Im Endeffekt war es halb so wild. In Gruppen von drei bis fünf Leuten mussten wir zwei Situationen durchspielen und dann einen Kurzvortrag halten. Die eine Situation hieß „Krise“: Eine Wandergruppe mit Jugendlichen kann wegen einer eingestürzten Brücke den geplanten Weg nicht benutzen. Wir sollten dann gemeinsam entscheiden, ob wir den längeren Weg durch ein Naturschutzgebiet oder den gefährlicheren Weg über einen Kletterpfad benutzen. Für die Entscheidung hatten wir zehn Minuten Zeit. Dabei wurden wir von zwei Prüfern beobachtet, bei uns ein Feldwebel und ein Psychologe. Man sollte sich auf jeden Fall an der Diskussion beteiligen, aber die anderen auch ausreden lassen. Im Vortrag ging es um das Thema „Sanierungsvorhaben eines Jugendfreizeitheims“. Wir hatten 25 Minuten Zeit, um den Text zu lesen und gute Argumente zu sammeln. Wer aus der Gruppe anfängt, darf man übrigens selbst bestimmen.

Persönlichkeitstest

Der Persönlichkeitstest besteht aus 116 Ankreuzfragen, die man am PC auf einer Skala von „gar nicht“ bis „vollkommen“ beantworten muss. Die Themen waren unter anderem Umgang mit Stress und Problemen, Stärken und Schwächen, Drogen und Alkohol … teilweise schon etwas unangenehm. Es gibt aber kein Richtig oder Falsch und die 40 Minuten, die man für den Test hat, reichen locker. Teilweise wiederholen sich die Fragen inhaltlich sogar. Wenn man sich mal selbst widerspricht, ist das nicht so tragisch, es wird im Interview aber auf jeden Fall nochmal thematisiert.

Mathetest

Eins vorweg: Der Mathetest ist ziemlich entscheidend für die Studieneignung, deshalb war ich froh, so viel gebüffelt zu haben. Trotzdem kein Spaziergang. Es kamen alle Themen dran, die wir in der Oberstufe gemacht haben: Integral- und Differentialrechnung, Stochastik, Geometrie. Für die ungefähr 60 Fragen hatte ich eineinhalb Stunden Zeit. Wenn man an einer Aufgabe verzweifelt, springt man am besten gleich zur nächsten. Danach war ich richtig froh, dass „nur“ noch das Interview anstand.

Interview

Hier saßen die gleichen Prüfer vor mir wie beim GSV. Das Gespräch hat knapp dreißig Minuten gedauert und drehte sich natürlich um die üblichen Fragen: Warum ich zum Bund möchte und wieso als Offizier, ob und wo ich mich noch beworben habe, wie ich mit Stress und Problemen umgehe ... ein paar Fragen zur Politik und zur Bundeswehr allgemein kamen auch, dann zu meinem Lebenslauf und zum Fragebogen vom ersten Tag bzw. dem Persönlichkeitstest. Da hatte ich mir einmal aus Versehen widersprochen, aber das konnte ich hier richtigstellen. Ein paar von uns sind an dem Abend in die Stadt gegangen, aber ich habe mich lieber noch ein bisschen auf den nächsten Tag vorbereitet und mit meinem besten Kumpel telefoniert.

Tag 3: letzte Tests und die Entscheidung

Schon um 6.30 Uhr ging es nämlich mit dem Mechanik-Kenntnis-Test los, der eine gute halbe Stunde dauert.

Mechanik-Kenntnis-Test

Die Fragen waren zum Beispiel: Zahnrad A dreht sich nach links, in welche Richtung dreht sich dann Rad X? Dann ging es noch um Stromkreise, wie Wasserpumpen funktionieren usw. Alles machbar, wenn man gut in Physik war. Danach kam der berüchtigte Sporttest an die Reihe ... aber was hier passiert, weiß ja jeder schon vom Karriereberater. Pünktlich um 7.30 Uhr standen wir in Sportklamotten in der Halle und mussten sprinten, Klimmhang machen und auf dem Ergometer strampeln. Danach hätte ich mich am liebsten ausgeruht, aber ich musste direkt weiter zur fliegerpsychologischen Vorauswahl. Da ging es hauptsächlich um dreidimensionales Denken, zum Beispiel musste man zählen, wie oft ein Pfeil nach links oder rechts abknickt.

Einplanungsgespräch

Beim Einplaner entscheidet sich, ob man auf die Warteliste kommt, eine Direktzusage oder eine Absage bekommt. Flexibilität bei der Studienwahl erhöht auf jeden Fall die Chancen, wobei Leistung deutlich wichtiger ist. Bei uns sind von ungefähr 40 Kandidaten knapp zehn mit Direktzusage heimgefahren. Dann werden in weiteren Gesprächen gleich noch Truppengattung und Studienfach festgelegt. Die meisten kommen aber auf die Warteliste, man sollte also nicht mit zu hohen Erwartungen ins Gespräch gehen. Mir ist jedenfalls ein riesiger Stein vom Herz gefallen, als ich die Offizierseignung mitgeteilt bekam. Hier gibt es übrigens auch die Gelegenheit, nach Feedback und Einzelergebnissen zu fragen – kann ich jedem empfehlen! Nach Hause zu fahren war ein komisches Gefühl nach drei Tagen Kaserne. Als Erinnerung gab es noch eine Urkunde und eine Armbanduhr. Rückblickend kann ich sagen: Gute Vorbereitung ist die halbe Miete. Und der erste Eindruck zählt zwar, aber der zweite, dritte und vierte auch!

Bundeswehr-Einstellungstest: Welche Aufgaben kommen vor?

Welche Aufgaben kommen im Bundeswehr-Einstellungstest vor?


Der Einstellungstest der Bundeswehr deckt verschiedene Themenbereiche ab: zum Beispiel Allgemeinbildung und fachbezogenes Wissen, Sprachbeherrschung, Mathematik, visuelles und logisches Denken sowie Reaktionsvermögen und Konzentrationsfähigkeit. Je nachdem, für welche Laufbahn und welche Position du dich bewirbst, werden die Inhalte speziell darauf abgestimmt. Der Großteil der Aufgaben im Einstellungstest funktioniert nach dem Multiple-Choice-Prinzip: Du erhältst eine Frage mit mehreren Antwortmöglichkeiten und sollst den richtigen Lösungsvorschlag markieren. Grundsätzlich gilt: Du solltest jede Fragestellung gründlich durchlesen, dich an die vorgegebenen Bearbeitungshinweise halten und möglichst nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Mathematik

Mathematik


Für das Auswahlverfahren der Bundeswehr solltest du die Grundrechenarten sicher beherrschen. Auch Textaufgaben zu Dreisatz-, Prozent- und Zinsrechnungen sowie Geometrie können auf dich warten. Offizierbewerber bekommen es oft noch mit besonders kniffligen Fällen zu tun: darunter lineare Algebra, Integrale oder Elemente der Stochastik.

Typische Inhalte:

  • Grundrechenarten
  • Prozent- und Zinsrechnung
  • Textaufgaben (Dreisatz)
  • Geometrie
  • gehobene Mathematik (Offizierbewerber)
Logik und Visuelles Denkvermögen

Logisches und visuelles Denken


Hier sind analytischer Scharfsinn und Vorstellungsvermögen gefragt. Auswendig lernen lassen sich die Lösungen nicht, aber der Trainingseffekt im Bereich des logischen und visuellen Denkens setzt schnell ein: Wenn du einmal verstanden hast, wie ein Aufgabentyp funktioniert, verlieren ähnliche Aufgaben schnell ihren Schrecken.

Typische Inhalte:

  • Sprachlogik (Wortanalogien)
  • visuelle Auffassungsgabe: Matrizen, Muster und Figuren
  • räumliche Wahrnehmung: Flächen und Körper

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