Bundeswehr Vorstellungsgespräch:
Fragen und Antworten, Vorbereitung, Tipps
Bundeswehr Vorstellungsgespräch: mehr als „nur“ Fragen und Antworten
Es gibt viele Möglichkeiten, bei der Bundeswehr durchzustarten: in zivilen Berufen, im Freiwilligen Wehrdienst, als Zeitsoldat in der Laufbahn der Mannschaften, Unteroffiziere, Feldwebel oder Offiziere. Bevor es losgeht, musst du aber zuerst ein mehrstufiges Auswahlverfahren überstehen, das zwei bis drei Tage dauert und in einem von acht Karrierecentern oder – für Offiziersbewerber – am „Assessment Center für Führungskräfte der Bundeswehr“ in Köln stattfindet.
Auf einen Programmpunkt ist dabei Verlass: das Vorstellungsgespräch. Wer hinter der Bewerbung steckt, lässt sich so nämlich am besten herausfinden. Im Lebenslauf stehen die Fakten zur fachlichen Qualifikation, aber live zeigt sich, ob du von deiner Persönlichkeit her zur Bundeswehr passt. Sind die Fragen der Personaler geklärt, erhältst auch du Antworten zu allem, was sich in der Vorbereitung oder im Vorstellungsgespräch an Fragen ergeben hat. Dos und Don'ts verinnerlichen, ein paar Tipps befolgen: Das ist das Rezept für einen souveränen Auftritt.
Erfahrungsbericht: Bundeswehr Vorstellungsgespräch & Assessment Center
Ich hatte mich bei der Bundeswehr beworben, um Medizin zu studieren, und dann Offizier im Sanitätsdienst zu werden. Ein paar Wochen nach meiner Bewerbung kam die Einladung zum Assessment Center für Führungskräfte der Bundeswehr in Köln.
Assessment Center Tag 1
Der Assessment-Prozess dauert insgesamt zwei Tage, wobei man schon einen Tag vorher anreisen soll. Da hört man sich allerdings nur ein paar Einführungsvorträge an. Prüfungen finden noch keine statt.
Am ersten Prüfungstag geht es dafür schon früh los. Um kurz nach 6 finden die ersten Tests statt, bei denen Verhaltensstabilität (Vstab) und Führungskompetenz (FüKomp) geprüft werden sollen. Die fand ich recht einfach, vor allem im Vergleich mit dem darauffolgenden Sanitätstest (SanTest). Das war insgesamt der schwierigste Test für mich, vor allem wegen der Mathe-Aufgaben. Es ging vor allem um Dreisatz und Prozentrechnung, und zwar mit Textaufgaben, die immer in einem medizinischen Kontext standen. Klingt vielleicht nicht so anspruchsvoll – die Aufgaben waren aber wirklich kompliziert. Der Teil zum Textverständnis war wiederum nicht so schlimm. Dabei musste man die richtigen Schlussfolgerungen ankreuzen.
Danach ging es mit dem Gruppensituationsverfahren (GSV) weiter. Im ersten Teil bekam jeder in der Gruppe eine bestimmte Rolle zugeteilt, und dann wurde diskutiert, wer eine begrenzte Ressource bekommt. In unserem Fall ging es um einen zusätzlichen Mitarbeiter im Baumarkt, der nur in einem Teilbereich eingesetzt werden darf. Die zweite Aufgabe: Wir sollten einen Dienstplan erstellen. Insgesamt ist hier das Ergebnis weniger wichtig als der Weg dahin, also dass zum Beispiel alle Gruppenmitglieder einbezogen werden, jeder ausreden kann usw.
Der darauffolgende CAT-Test war einfacher, als ich erwartet hatte. Das Üben mit diveresen Testtrainern hat sich hier ausgezahlt, vor allem bei den Aufgaben mit Mustern und Matrizen. Damit hatte ich also keine größeren Probleme, und nach 25 Minuten war es auch schon vorbei. Der eigentlich vorgesehene Sporttest fiel coronabedingt aus und findet erst in der Grundausbildung statt.
Vorstellungsgespräch
Am Ende des ersten Tages fand dann das Vorstellungsgespräch statt. Zu dem Zeitpunkt ist man schon ganz schön geschlaucht. Ich empfehle deswegen, sich wirklich gut darauf vorzubereiten, damit man auch in einem vielleicht schon etwas erschöpften Zustand performt. Das Adrenalin sorgt dann aber auch dafür, dass noch einmal alle Reserven aktiviert werden.
Bei der Begrüßung hat mich einer der Prüfoffiziere gefragt, wie der Tag bisher gelaufen ist. Geht bei so einer Frage nicht zu sehr ins Detail und erzählt vor allem nicht, was alles nicht gut geklappt hat. Dann ging es auch gleich zur Sache, und ich sollte erzählen, warum ich zur Bundeswehr möchte, und wieso ich eigentlich nicht zivil Medizin studiere. Ich habe auf Familienmitglieder verwiesen, die gedient haben, und erklärt, dass ich mich für mein Land einsetzen möchte. Das wollten sie dann aber alles ganz genau wissen. Ihr solltet euch also vorher schon gut überlegen, was ihr antworten könnt.
Außerdem wurden einige Wissensfragen über die Bundeswehr gestellt. Ich sollte zum Beispiel etwas über die Auslandseinsätze der Bundeswehr erzählen und musste auch erklären, was die NATO ist. Die Prüfoffiziere haben die Fragen quasi unter sich aufgeteilt, und einer war dann wohl für die Fragen zu meiner Person zuständig. Eben solche typischen Dinge wie Stärken und Schwächen oder Hobbies wurden hier angesprochen. Außerdem wird gefragt, ob einem klar ist, dass man eventuell eine Waffe benutzen muss.
Zum Abschluss hatte ich dann noch Gelegenheit, Rückfragen zu stellen, die ich mir zum Teil auch schon vorher überlegt hatte. In der Vorbereitung hieß es nämlich immer, dass man desinteressiert wirkt, wenn einem hier gar nichts einfällt. Wenn das Interview soweit erfolgreich verlaufen ist, erhält man die Offizierseignung, was bei mir der Fall war.
Assessment Center Tag 2
Der zweite Prüfungstag ist nicht so vollgepackt wie der erste, es findet dann nur noch das Studienprüfgespräch statt. Auf das kommt es aber natürlich an, denn ohne Studieneignung nützt einem auch die Offizierseignung nichts. Das Gespräch wurde von einem Bundeswehrarzt durchgeführt und hat eher den Charakter einer mündlichen Prüfung als den eines Vorstellungsgesprächs. Hierfür solltet ihr auf jeden Fall die Bio- und Chemie-Themen aus der Oberstufe wiederholen. Dann schafft ihr das schon! Danach geht es zum Einplaner und man erfährt, ob es gereicht hat. Ich habe direkt einen Studienplatz zugesagt bekommen.
Johannes, 20 Jahre
Bundeswehr Vorstellungsgespräch: Welche Fragen kommen vor?
Das Vorstellungsgespräch ist deine Gelegenheit, die Personaler ganz direkt von deiner Eignung zu überzeugen. Der erste Eindruck bei der Begrüßung kann entscheidend sein – achte also in der Vorbereitung darauf. Danach musst du mit Fragen zur Berufswahl sowie zum Ablauf von Ausbildung oder Studium rechnen. Bereits vorhandenes Wissen und fachliche Kompetenzen werden Thema sein, und auch deine sozialen und persönlichen Kompetenzen werden abgefragt. Beim Gesprächsausklang kannst du dich schließlich noch einmal als aufgeweckter und interessierter Bewerber präsentieren.
Auch vermeintlich Nebensächliches ist im Vorstellungsgespräch von Bedeutung. Du solltest zum Beispiel dafür sorgen, dass dein Smartphone abgeschaltet ist. Damit die Vorbereitung sich bezahlt macht, gilt es ein paar Tipps zu befolgen: Sieh nicht ständig auf die Uhr, vermeide übertriebene Gestik oder Mimik und versuche, Körperspannung zu bewahren. Bekräftige den guten Eindruck aus dem Gespräch, indem du dich beim Abschied für die Chance bedankst.
Begrüßung und Einstieg
Der Small Talk zu Beginn des Vorstellungsgesprächs ist deine Chance, einen ersten guten Eindruck zu hinterlassen. Gehe in der Vorbereitung die gängigen Fragen und Antworten durch – wichtig ist vor allem, positiv zu bleiben. Tipp: Meide brisante Themen.
Typische Fragen im Vorstellungsgespräch:
- Mit dem Wetter haben wir Glück, nicht wahr?
- Hatten Sie bisher einen angenehmen Tag?
- Möchten Sie ein Glas Wasser?
- Wie war denn ihre Anreise?
Beispiel
„Mit dem Wetter haben wir ja richtig Glück heute, oder?“
Ein Smalltalk-Evergreen: das Wetter. Steigen Sie auf das Gesprächsangebot ein. Es geht hier nicht um das „Was“, sondern um das „Wie“ Ihrer Antwort. Finden Sie eine gemeinsame Wellenlänge, spielen Sie das Spielchen entspannt und freundlich mit.
Bitte schreiben Sie Ihre Antwort in das Textfeld. Muster-Beispiele und Tipps finden Sie in der Auswertung.
Worauf kommt es an?
Fühlen Sie sich nicht dazu gezwungen, besonders originelle Ansichten zu Temperatur, Windstärke und Sonnenstand zum Besten geben zu müssen. Erzählen Sie etwas Harmloses, unterstreichen Sie Ihre optimistische Gesprächslaune. Die gilt es übrigens auch bei schlechtem Wetter an den Tag zu legen.
Musterantworten
„Ja, das kann man laut sagen. Wer hätte das gedacht nach dem Gewitter gestern. Ich hatte mich gedanklich schon auf einen Stau vorbereitet. Die Sonne scheint – was will man mehr?“
Unter schlechtem Wetter muss die Stimmung nicht leiden. Den Beweis liefert folgende Antwort auf die Frage: „Das Wetter meint es ja heute gar nicht gut mit uns, oder?“.
„Ach, ich finde das gar nicht mal so schlimm, wir hatten ja auch eine ganze Zeit lang schönes Wetter. Den Pflanzen tut ein bisschen Regen bestimmt gut. Aber Sie haben schon recht, etwas mehr Sonne wäre mir auch lieber.“
„Ja, Wahnsinn, wie schnell das geht. Gestern noch knallende Sonne und heute schüttet es wie aus Eimern. Sie haben es bestimmt nicht einfach, es ist nämlich ganz schön schwül hier drin.“
Die Schnellkritik: Lobenswert ist der Versuch, eine Brücke zu anderen Gesprächsthemen zu bauen – der flapsige Tonfall passt jedoch ganz und gar nicht. Und wenn jemand über die klimatischen Bedingungen in den Diensträumen klagen darf, dann höchstens die Behördenvertreter.
Fragen zu Beruf und Behörde
Wer zur Bundeswehr möchte, sollte seine Gründe kennen. Im Vorstellungsgespräch kommen Fragen nach der Berufswahl in jedem Fall auf den Tisch, und die Antworten entscheiden über die Einschätzung der Personaler. Gute Vorbereitung ist darum ein Muss.
Typische Fragen im Vorstellungsgespräch:
- Weshalb möchten Sie denn zur Bundeswehr?
- Was qualifiziert Sie Ihrer Meinung nach für den Beruf?
- Der Dienst an der Waffe ist für Sie kein Problem?
- Haben Sie sich mit dem Thema Auslandseinsatz befasst?
Beispiel
„Was wissen Sie über die Bundeswehr und ihre Aufgaben?“
Niemand bewirbt sich „einfach so“ aus Lust und Laune. Die Personaler gehen davon aus, dass sich der Kandidat vorab eingehend mit seinem Wunsch-Arbeitgeber beschäftigt hat. Dessen Aufgaben und Organisationsstrukturen lassen sich bequem online auskundschaften: Die Streitkräfte präsentieren sich ausführlich im Internet.
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Worauf kommt es an?
Frischen Sie Ihre Kenntnisse vor dem Gespräch am besten noch einmal gründlich auf. Informieren Sie sich über den Aufbau und die Zuständigkeiten der Bundeswehr. Die offene Fragestellung lädt zu einem weiträumigen Rundumschlag ein – je mehr wichtige Einzelheiten Sie unterbringen, desto besser.
Musterantwort
„Die Bundeswehr wurde 1955 gegründet. Im Verteidigungsfall liegt der Oberbefehl beim Bundeskanzler, im Frieden beim Verteidigungsminister beziehungsweise der Verteidigungsministerin: Aktuell ist das Christine Lambrecht von der SPD. Der militärische Bereich der Bundeswehr besteht aus dem Heer, der Luftwaffe, der Marine, der Streitkräftebasis, dem Zentralen Sanitätsdienst und dem Cyber- und informationsraum. Daneben gibt es noch den Zivilbereich mit der Verwaltung. Die Hauptaufgabe der Bundeswehr ist es, die Sicherheit Deutschlands und der NATO-Bündnispartner zu verteidigen. Im Kalten Krieg ging es dabei hauptsächlich um die Abschreckung der Ostmächte, seit den 90er-Jahren sind internationale Interventionen wie im Kosovo oder in Afghanistan immer wichtiger geworden. Um die Streitkräfte an die neuen Anforderungen anzupassen, gab es weitgehende Reformen. Unter anderem hat man die Wehrpflicht ausgesetzt und Truppe auf 185.000 Soldaten verkleinert. Mittlerweile hat sich die Lage jedoch geändert. In Zukunft sollen wieder mehr Soldaten in der Bundeswehr dienen, und es soll auch schrittweise mehr Geld für neue Waffensysteme und die Ausrüstung bereitgestellt werden.“
Soziale und persönliche Kompetenzen
Auch den Fragen zur charakterlichen Eignung solltest du dich schon in der Vorbereitung widmen. Wenn du eine Vorstellung davon hast, welche Eigenschaften bei der Bundeswehr gefragt sind, sendest du mit deinen Antworten die richtigen Signale.
Typische Fragen im Vorstellungsgespräch:
- Würden Sie sich als Teamplayer beschreiben?
- Treiben Sie in Ihrer Freizeit Sport?
- Können Sie uns Ihre Stärken/Schwächen nennen?
- Waren Sie schon einmal in einer Gefahrensituation?
Beispiel
„Wie gehen Sie mit eigenen Fehlern um? Können Sie mir ein Beispiel geben?“
Eine logische Konsequenz aus den vorherigen Fragen: Wenn jeder ab und zu Fehler macht, ist es für den Arbeitserfolg entscheidend, wie er oder sie damit umgeht. Ein musterhaftes Fehlermanagement sieht so aus: eigene Schnitzer offen eingestehen, die Fehler so schnell wie möglich korrigieren und Vorkehrungen treffen, um Ähnliches in Zukunft zu vermeiden.
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Worauf kommt es an?
Spricht man Menschen auf ihre Fehler an, gleiten manche schnell ins Extreme ab: Der aggressive Streithahn bläst zum Gegenangriff ohne Rücksicht auf Verluste, das schüchterne Reh flüchtet sich in Passivität – beides keine guten Vorbilder. Schildern Sie anhand einer konkreten Begebenheit, dass Sie in der Lage sind, Fehler selbstkritisch einzusehen und daraus Ihre Lehren zu ziehen.
Musterantwort
„Wie Sie vorhin gesagt haben, Irren ist menschlich. Ich müsste lügen, wenn ich sagen wollte, dass ich alles richtig mache. Ich erinnere mich an mein Praktikum im Steuerbüro, da habe ich mal ein Dokument versehentlich falsch abgeheftet. Wir haben dann dem Klienten einen Brief geschrieben mit der Bitte, uns das Schriftstück zuzusenden – der war ganz schön irritiert, weil wir es ja schon hatten. Noch dazu war es ein sehr wichtiger Klient, und gerade bei Steuersachen sollte man mit vertrauenswürdigen Unterlagen natürlich besonders sorgfältig umgehen. Der Vorfall ging hoch bis zum Geschäftsleiter. Durch Zufall haben wir das Dokument dann einen Tag später wiedergefunden. Peinlich für mich, ich war beim Abheften einfach nicht konzentriert genug, solche Ausrutscher sollten nicht passieren. Natürlich habe ich mich bei allen entschuldigt. Gerade bei Routinearbeiten schaue ich jetzt lieber zweimal hin.“
Wissen und fachliche Kompetenzen
Etwas Allgemeinbildung wird in den meisten Berufen erwartet. Im Vorstellungsgespräch der Bundeswehr musst du vor allem auf Fragen zu Politik, Geschichte und natürlich zu den Streitkräften selbst gefasst sein. Tipps und Fakten findest du zum Beispiel im Internet.
Typische Fragen im Vorstellungsgespräch:
- Können Sie uns die Teilstreitkräfte nennen?
- Wie lautet denn Artikel 1 des Grundgesetzes?
- Erzählen Sie uns bitte etwas über die NATO!
- Wer ist denn im Verteidigungsfall unser Oberbefehlshaber?
Beispiel
„Wann und wo fand der erste Auslandseinsatz der Bundeswehr statt?“
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Erklärung
Der erste Auslandseinsatz der Bundeswehr fand 1960 statt, nachdem ein Erdbeben die marokkanische Hafenstadt Agadir verwüstet hatte. Die Bundeswehr beteiligte sich mit Einheiten von Luftwaffe, Sanitätsdienst und ABC-Abwehrtruppe an den Hilfsmaßnahmen vor Ort. Es handelte sich um einen humanitären Hilfseinsatz ohne militärischen Hintergrund.
Gesprächsausklang und Abschied
Zum Schluss lasst ihr das Vorstellungsgespräch noch einmal Revue passieren: Wie war es für dich, welchen Eindruck hast du gewonnen? Jetzt ist auch Zeit für deinen eigenen Fragen: Überlege dir am besten schon in der Vorbereitung, welche das sein könnten.
Typische Fragen im Vorstellungsgespräch:
- Welchen Eindruck haben Sie denn bisher gewonnen?
- Kennen Sie jemanden bei der Bundeswehr?
- Haben Sie sich schon einmal bei uns beworben?
- Haben Sie noch Fragen an uns?
Beispiel
„Welchen Eindruck haben Sie im Auswahlverfahren von der Bundeswehr gewonnen?“
Eine derart durchschaubare Frage sollte man eigentlich auch mit einer simplen Antwort abhandeln können. Aber im Vorstellungsgespräch herrscht nun einmal keine Waffengleichheit. Jetzt liegt es an Ihnen, das erhoffte Lob in wohl gewählte Worte zu verpacken, ohne zu plump zu wirken. Falls Sie die Stelle weiterhin reizt, haben Sie bislang natürlich einen sehr guten Eindruck gewonnen, können berichten, was genau Ihnen gefallen hat, und dadurch das Interesse am Soldatenberuf bekräftigen.
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Worauf kommt es an?
Lassen Sie das bisherige Bewerbungsverfahren Revue passieren, insbesondere natürlich das Interview. Bedanken Sie sich für die informative Unterhaltung und heben Sie die für Sie spannendsten Punkte hervor. Natürlich kann ein Vorstellungsgespräch auch ernüchternd verlaufen – unverhohlene Kritik sollte man sich jedoch lieber zweimal überlegen: Sehr wahrscheinlich ist die Einstellungszusage dann passé.
Musterantworten
„Ich habe einen sehr positiven Eindruck gewonnen, der meine bisherigen Erfahrungen bestätigt. Im Gespräch mit dem Karriereberater hatte ich gleich ein gutes Gefühl, weil ich dachte: ‚Das ist genau das, was ich will‘. Die Laufbahn als Feldwebel im Truppendienst entspricht dem, was ich kann beziehungsweise lernen möchte. Vielen Dank, dass Sie mir die Chance gegeben haben, mich bei Ihnen vorzustellen. Neben der militärischen Ausbildung und den verantwortungsvollen Aufgaben reizen mich auch die Weiterbildungsmöglichkeiten im Zivilberuf. Außerdem haben Sie ja gemeint, dass man beruflich gute Perspektiven hat, wenn die Leistungen stimmen. Ich kann mir deswegen sehr gut vorstellen, bei der Bundeswehr zu arbeiten.“
„Puh, also ich glaube, ich war ganz schön aufgeregt. Es kann sein, dass mir an der einen oder anderen Stelle die Worte gefehlt haben. Ich habe das Gefühl, dass ich nicht immer das sagen konnte, was ich eigentlich sagen wollte. Aber ich hoffe, dass ich Sie trotzdem überzeugen konnte.“
Die Schnellkritik: Bescheidenheit mag eine lobenswerte Tugend sein, aber dieser Schuss geht leider nach hinten los. Die Interviewer erwarten positive Signale, die vermitteln, dass man weiterhin ernsthaft an der angepeilten Stelle interessiert ist. Hier erhalten sie stattdessen ein negativ grundiertes Feedback, das sich ausschließlich um persönliche Unzulänglichkeiten dreht. Es gibt keinen Grund, sich am Ende des Interviews kleinlaut für das Gesprächsverhalten zu entschuldigen. Es sei denn, man möchte hauptsächlich mit seinen Schwächen in Erinnerung bleiben.
Assessment Center
Im Kölner Assessment Center für Führungskräfte wird in einem zweitägigen Verfahren geprüft, ob du fit bist für die Offizierslaufbahn, den gehobenen oder höheren Dienst. Das Assessment für andere Bundeswehrberufe findet in einem von acht Karrierecentern statt.
Typische Aufgaben im Assessment Center:
- Persönlichkeitstest
- CAT-Test
- Gruppensituationsverfahren (GSV)
- Sporttest
Beispiel
Worauf achten die Prüfer?
Erscheinung und Umgangsformen. Ein gepflegtes Äußeres, gute Manieren und ein sicheres Auftreten sind Trümpfe, die immer stechen. Wer offen auf seine Mitbewerber zugeht und eventuell sogar den Smalltalk mit den Prüfern nicht scheut, beweist, dass er keine Berührungsängste hat.
Ausdrucksfähigkeit und Urteilsvermögen. Gut, wenn man seine Ansichten verständlich darstellen kann. Besser, wenn man dabei auch noch nachvollziehbar, stichhaltig und zielführend argumentiert. Sachverhalte sprachlich auf den Punkt zu bringen, gehört zu den beruflichen Grundfähigkeiten.
Führungsqualitäten. Verantwortungsbereitschaft und Durchsetzungsfähigkeit sind für Offiziere unentbehrlich. Im GSV kann man diese Fähigkeiten an verschiedenen Stellen aufblitzen lassen: etwa, indem man sich in Debatten profiliert, als Protokollführer anbietet oder um Organisationsfragen kümmert („Ich glaube, die Zeit wird knapp – vielleicht sollten wir langsam zum Ergebnis kommen?“)
Sozialkompetenz. Die Prüfer haben ein wachsames Auge darauf, wie sich ein Kandidat im Kreis seiner Mitbewerber verhält: Integriert er sich, bringt er sich ein, ist er offen für andere Argumente, trägt er zur konstruktiven Lösung von Streitfragen bei?
Engagement und Eigeninitiative. Beteiligt sich ein Stellenaspirant aktiv an Gruppenaufgaben? Spricht er von sich aus an, was er für wichtig hält? Oder ruht er sich auf der Arbeit anderer aus, muss ständig zum Mitmachen animiert werden und klinkt sich selbst dann nur sporadisch ein?
Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit. Hitzige Gruppendebatten, komplexe Themenpräsentationen: Im Auswahlverfahren gilt es, auch unter Druck einen klaren Kopf zu behalten und jederzeit sein Bestes zu geben.
Berufsmotivation. Was interessiert Sie an der Soldatenausbildung? Ihren beruflichen Ehrgeiz und Leistungswillen können Sie im Gruppensituationsverfahren hin und wieder dezent durchblicken lassen.
Was kommt bei den Prüfern gut an?
¬ Selbstständig Ideen einbringen, eigene Vorschläge unterbreiten
¬ Andere Teilnehmer einbeziehen, aufmerksam auf ihre Beiträge und Argumente eingehen
¬ Moderieren, zwischen unterschiedlichen Standpunkten vermitteln
¬ Die Führung des Protokolls übernehmen, stichpunktartig Argumente mitschreiben
¬ Konstruktiv kritisieren und konstruktive Kritik aufgeschlossen akzeptieren
¬ Offen, freundlich und seriös auftreten
¬ Die Aufgabenstellung im Fokus behalten, ein optimales Ergebnis anstreben
¬ Die Zeitvorgaben beachten, abdriftende Debatten zum Thema zurückführen
Was kommt bei den Prüfern nicht gut an?
¬ Passivität: keine eigenen Vorschläge machen, sich nicht beteiligen
¬ Zeit und Thema aus den Augen verlieren, zu weit abschweifen
¬ Keine klaren Aussagen machen, substanzlos schwafeln
¬ Sich auf Kosten anderer profilieren, Mitbewerber unterbrechen, Diskussionen an sich reißen
¬ Nur die eigene Meinung durchboxen wollen
¬ Auf Kritik eingeschnappt und uneinsichtig reagieren
¬ Unfreundlich bzw. unsachlich argumentieren oder kritisieren
Tipps zu Kleidung und Körpersprache
Um im Vorstellungsgespräch einen guten Eindruck zu hinterlassen, darfst du eins nicht vernachlässigen: das passende Outfit. Natürlich ist es wichtig, authentisch zu bleiben – das bedeutet aber nicht, dass du bei der Bundeswehr im lässigen Freizeit-Look antreten solltest. Deine Kleiderwahl zeigt, dass du das Vorstellungsgespräch ernst nimmst. Dafür musst du dich nicht in Anzug und Krawatte bzw. Kostüm zwängen, im Gegenteil: So wirkst du womöglich zu steif für den auch körperlich fordernden Job. Elegant und sportlich zugleich trittst du im Business Casual-Look auf: Hemd oder Bluse plus Strickpullover, dunkle Jeans, kombiniert mit schlichten Sneakern oder Lederschuhen. Wichtig ist, du fühlst dich wohl.
Auch die Körpersprache gilt es zu beachten. Um Interesse, Aufgeschlossenheit und Selbstbewusstsein auszustrahlen, hältst du Blickkontakt mit deinem Gegenüber und nimmst eine offene, zugewandte Sitzposition ein. Bonuspunkte gibt es für ein freundliches Lächeln hier und da, Punkteabzug hingegen für: Nägelkauen, unruhiges Fußwippen, Durch-die-Haare-fahren und übertriebene Gestik oder Mimik. Mit Gegenständen auf dem Tisch herumzuspielen ist ebenfalls keine gute Idee. Tipps gegen Nervosität? Die Füße fest auf den Boden stellen, die Hände mit dem Handrücken nach oben auf den Tisch legen.
Vorstellungsgespräch Vorbereitung: eTrainer-Onlinetest (kostenlos)
„Möchten Sie noch etwas von uns wissen?“ So könnte eine der letzten Fragen lauten, die Personaler im Vorstellungsgespräch an dich richten. Ihr geht ein munterer Austausch von Fragen und Antworten voraus, dessen Erfolg von der richtigen Vorbereitung abhängt. Hast du bereits eine Vorstellung, was dich dabei erwartet, kannst du mit einem sicheren und souveränen Auftritt punkten. Wichtig ist, dass du über den Arbeitgeber und die angestrebte Stelle Bescheid weißt. Auch die Details gilt es in der Vorbereitung zu berücksichtigen, zum Beispiel die Planung der Anreise oder das passende Outfit.
Damit dir die besten Antworten nicht erst nach dem Vorstellungsgespräch einfallen, solltest du dich aber vor allem mit den Fragen befassen, die wahrscheinlich auf dich zukommen. Denn was dahintersteckt, ist ohne Vorbereitung oft nicht leicht zu entschlüsseln. Doch keine Panik: Da Vorstellungsgespräche meistens ziemlich ähnlich verlaufen, ist ein großer Teil der Fragen vorhersehbar. So kannst du dir schon vorab Gedanken machen, was du antworten kannst, wenn die Interviewer in puncto Berufswahl, Stärken und Schwächen oder Lebenslauf nachhaken.
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