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Potenzialanalyse:
Aufgaben, Ablauf, online üben

Berufliche Potenzialanalyse

Eine Potenzialanalyse hatte ich schon mal vor meiner Bewerbung gemacht, in NRW ist das nämlich verpflichtend für alle 8. Klassen. Das zweite Mal war die Potenzialanalyse dann Teil des Recruitingprozesses für meine Ausbildung. Davor war ich einigermaßen aufgeregt. Schließlich geht es nicht einfach um „richtig“ oder „falsch“, sondern um persönliche Eigenschaften, und wer lässt schon gerne seinen Charakter durchleuchten? Am Ende war es aber gar nicht so schlimm. Das Auswahlverfahren war zwar insgesamt sehr anstrengend, aber aus der Schule wusste ich noch grob, was auf mich zukommt. Um ein Gefühl für die Aufgabenstellungen zu bekommen, hatte ich vorher außerdem einige Persönlichkeits- und Berufswahltests im Internet durchgeackert.

Fragebogen, Interview und Assessment-Center

Der erste Teil der Potenzialanalyse war ein umfangreicher Fragebogen – und mit umfangreich meine ich fast schon endlos! Ich musste bestimmt an die 100 Aussagen zu meinen persönlichen Einstellungen auf einer mehrstufigen Skala von „trifft zu“ bis „trifft überhaupt nicht zu“ bewerten. Das ging ganz schön auf die Konzentration, weil man meist keine eindeutige Schwarz-oder-weiß-Antwort geben konnte, sondern abstufen musste. Und nichts ankreuzen ging nicht!

Der zweite Teil des Fragebogens waren dann so typische Intelligenztest-Fragen. Also Wortbedeutungen, Allgemeinwissen, Figuren zuordnen und so weiter, alles im Multiple-Choice-Schema aufgebaut, selbstverständlich auch wieder unter Zeitdruck. Da bin ich schon ein bisschen ins Schwitzen gekommen.

Die letzten Stationen der Potenzialanalyse waren das Assessment-Center und ein Interview. Im Assessment-Center wurden wir in Gruppen eingeteilt und sollten in einem Rollenspiel diskutieren. Dass wir dabei die ganze Zeit von den Personalern beobachtet wurden, hat die Aufgabe nicht einfacher gemacht. Aber am Ende konnte ich die Nervosität ganz gut ausblenden und war dann auch recht zufrieden.

In dem abschließenden Interview ging es dann nochmal richtig zur Sache. Die Interviewer haben mich mit so seltsamen Brainteaser-Fragen gelöchert, zum Beispiel: „Wie viele Geigen gibt es in Berlin?“ Da habe ich erstmal schlucken müssen. Allerdings ging es dabei auch nicht so sehr darum, zu einer eindeutig richtigen Lösung zu kommen. Viel wichtiger war, dass man sich einen sinnvollen Lösungsweg überlegt hat und ihn verständlich schildern konnte. Mit einigen Erklärungen habe ich den Interviewer sogar zum Lachen gebracht. Vielleicht war das auch einer der Gründe, wieso ich die Personaler überzeugen konnte.

Tipps zu Ablauf und Vorbereitung

Informiert euch am besten vorher, wie der Ablauf im Auswahlverfahren sein wird. Entsprechend könnt ihr euch dann gezielt vorbereiten. Mit kurzen Online-Tests könnte ihr ein Gefühl für die Aufgaben bekommen. Und am besten stellt ihr euch selbst vorher die Frage, worin ihr gut seid und was euch Spaß macht.

Während dem Test selbst gilt in erster Linie Ruhe bewahren und ehrlich sein. Die meisten Aufgaben zielen darauf ab, dass man spontan und instinktiv antwortet, was aber im Eifer des Gefechts auch schnell mal schiefgehen kann. Das sollte man berücksichtigen.

Isabel, 20 Jahre

Private Selbsteinschätzung

Endlich das Abi in der Tasche! Und jetzt? Eine Frage, die mich lange gequält hat, während meine Freunde ihr Studium begannen, einen Ausbildungsplatz bekamen oder für ein Jahr ins Ausland gingen. Im Gegensatz zu ihnen wusste ich einfach nicht, was ich mit meinem Leben nach der Schule anfangen sollte. Irgendwann bin ich durch Zufall online auf einen Ratgeber zur persönlichen Selbsteinschätzung gestoßen und habe mir den besorgt.

Die Durchführung

Auf knapp 200 Seiten sollte man jede Menge Gedankenspiele, Prioritätenlisten, Übungen und Tests durcharbeiten. Zum Schluss gab es dann jeweils einen Auswertungs-Teil mit Tipps zur Interpretation. Mehrfach wurde darauf hingewiesen, so ehrlich und spontan wie möglich zu antworten. Dann würde man die exaktesten Ergebnisse erhalten.

Unter anderem gab es viele Aufgaben, wo ich unter vier Aussagen diejenigen zwei auswählen sollte, die am besten bzw. schlechtesten auf mich zutreffen. Knifflig fand ich, wenn entweder alles oder gar nichts davon so wirklich gepasst hat. Teilweise habe ich auch meine Eltern oder Freunde gefragt, ob sie mir bei der Einschätzung helfen können, und ihre Antworten mit meiner persönlichen Vorstellung abgeglichen.

Alles in allem habe ich einige Tage an dieser Potenzialanalyse gesessen. Besonders herausfordernd fand ich, immer absolut ehrlich zu antworten. Je nachdem, wie es einem gerade geht, möchte man manchmal eher so und manchmal eher so antworten, was davon ist dann „ehrlich“ und was „unehrlich“? Und ich glaube, ich tendiere dazu, mich spontan vielleicht ein bisschen zu positiv einzuschätzen. Wem würde das nicht so gehen? Aber wie aussagekräftig ist dann das Ergebnis?

Persönliches Fazit

Das Wichtigste: So ein Ratgeber sagt einem nicht: Das hier sind deine Stärken, das solltest du beruflich machen, damit wirst du glücklich. Es ging vielmehr darum, mir selbst bewusst zu werden, was ich eigentlich will und was ich kann. Dafür war das Buch dann auch echt gut. Ich habe viele Denkanstöße bekommen und gelernt, mich selbst kritisch zu reflektieren, aber mir auch meiner Stärken bewusst zu werden.

Ich habe dann im Anschluss noch online einige Berufswahltests gemacht und bin zu Karrieremessen gegangen. Das hat mir nochmal bei meiner Berufsentscheidung geholfen. Und als ich dann meine ersten Vorstellungsgespräche hatte, habe ich gemerkt, dass mir viele der Übungen aus dem Ratgeber tatsächlich etwas gebracht haben.

Luca, 18 Jahre

Einstellungstest: Was kommt dran?

Welche Aufgaben kommen in der Potenzialanalyse vor?


Eine Potenzialanalyse soll die individuellen Fähigkeiten einer Person ermitteln. Dafür muss sie mehrere Dimensionen abdecken. Je nach Anbieter und Zweck können solche Verfahren recht unterschiedlich aufgebaut sein, man könnte fast sagen: In der Praxis sind die Tests ähnlich individuell wie die getesteten Personen.

Potenzialanalysen können Elemente aus Kompetenz-, Persönlichkeits-, Berufsorientierungs- oder Intelligenztests enthalten. Im Allgemeinen sind die Aufgaben häufig ein Mix aus Selbsteinschätzung („trifft zu“ bis „trifft überhaupt nicht zu“) sowie Multiple-Choice-Fragen. Zu den Prüfungskategorien zählen in der Regel methodische, fachliche, personale und soziale Kompetenzen sowie Veränderungskompetenz.

Anhand der Ergebnisse wird am Ende ein sogenanntes Potenzialprofil erstellt. Es dient Unternehmen als Orientierung bei der Stellenvergabe oder zur gezielten Personalförderung. In manchen Fällen werden Mitarbeiter anhand der Resultate in vier Potenzialtypen eingeteilt: Low Performer, Talents, High Performer und High Potentials.

Angewandtes Wissen

Fachkompetenz


Hier sind fachliche Kenntnisse gefragt. Wie gut kennst du dich in einem bestimmten Wissensbereich aus, über welches Know-how verfügst du? Bist du ein Technikfreak, Zahlenjongleur, Sprachakrobat, kreativer Kopf, Kommunikationstalent ...

Typische Themen:

  • Fachbegriffe
  • Methoden, Werkzeuge, Instrumente
  • Engagement und Initiative
Politik, Wirtschaft, Gesellschaft

Sozialkompetenz


Teamfähigkeit ist Trumpf! Damit man die eigenen Talente optimal einbringen kann, muss auch die Abstimmung mit dem Umfeld stimmen. Ein guter Umgang mit Kunden, Vorgesetzten und Kollegen gehört zum Berufsalltag.

Typische Themen:

  • Kommunikationsverhalten
  • Kontaktfähigkeit
  • Einfühlungsvermögen

Potenzialanalyse üben: eTrainer-Onlinetest


Ist es sinnvoll, für eine Potenzialanalyse zu üben? Es kommt darauf an. Hat das Verfahren Züge eines Einstellungstests, können die Erfolgschancen natürlich steigen, wenn du dich mit gängigen Aufgabentypen beschäftigt hast und den ein oder anderen Fallstrick kennst. Ansonsten besteht die Gefahr, den Zweck der Analyse zu verfehlen: Sie soll schließlich am Ende einen realistischen Ist-Zustand abbilden und deine Stärken und Fähigkeiten aufdecken.

Eine Reihe von kostenlosen Aufgaben findet sich im Internet. Man sollte sich jedoch im Klaren darüber sein, was man herausfinden will: Wer mehr über seine berufliche Eignung erfahren möchte, braucht einen anderen Test als jemand, der seine Persönlichkeit unter die Lupe nehmen möchte. Ganzheitliche Potenzialanalysen, wie sie von Unternehmen eingesetzt werden, sind meist kostenpflichtig und gliedern sich in psychodiagnostische Fragebögen, Testaufgaben und Assessment-Center-Module. Grundsätzlich gilt: Egal wie aufwändig eine Potenzialanalyse gestaltet ist, liefert sie kein hundertprozentig exaktes Ergebnis, keine einzig wahre Persönlichkeits-Diagnose. Betrachte das Resultat eher als Hilfestellung und Denkanstoß.

eTrainer: Dein Online-Testtrainer für den Eignungstest und Einstellungstest


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